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Alternativen zu BlackBerry 10 OS


Android OS, iOS oder Windows Phone?

Diesen Artikel verfasste ich ursprünglich 2016, nachdem BlackBerry auf der CES in Las Vegas endlich öffentlich gemacht hatte, dass sie BlackBerry 10 aufgeben und nur noch Smartphones mit Android OS anbieten werden. Das Thema ist immer noch aktuell: nur zwei der ehemals vier populärsten Betriebssysteme sind noch am Markt.

Noch immer nutzen einige Geschäftsleute ein BlackBerry-Smartphone.
Es soll sogar noch Nutzer von Windows-Smartphones geben …

Seit 2018 …

  • gibt es keine Sicherheits-Updates mehr von BlackBerry
  • gibt es keine Apps mehr in der BlackBerry World (endgültig geschlossen Ende 2019)
  • die letzten noch gültigen SSL-Zertifikate laufen ab und werden nicht verlängert

… also ist die Suche nach einer Alternative auch für diese Nutzer Thema!

Kurzfassung des Dilemmas

BlackBerry versuchte ab 30.01.2013 mit zwei neuen Smartphones und BlackBerry 10 (BB10), den Niedergang ihrer Hardware-Sparte zu stoppen. Ohne Marketing hat aber kein Hersteller gegen Mitbewerber Chancen und so blieb der Erfolg aus; das endgültige Ende war absehbar.
Um BlackBerry zu sanieren, wurde die Hardwaresparte ausgelagert und als Betriebssystem-Alternative Googles Android OS gewählt. Sehr verärgerter Smiley

Die ganze Geschichte

Wenn Sie Zeit und Lust/Interesse haben, lesen Sie bitte weiter …

BlackBerry 10 OS

BlackBerry versuchte ab 30.01.2013 mit zwei neuen Smartphones und BlackBerry 10 (BB10), den Niedergang ihrer Hardware-Sparte zu stoppen. Ohne Marketing hat aber kein Hersteller gegen Mitbewerber Chancen und so blieb der Erfolg aus; das endgültige Ende war absehbar. Nur hartgesottene Fans des hervorragenden Echtzeitbetriebssystems BB10 blieben der Marke treu und hofften auf positive Veränderungen der Geschäftsführung.
Der BlackBerry-Vorstand hatte uns jahrelang verschwiegen, dass sie BB10 gar nicht mehr für Smartphones verwenden wollen!
Wir treuen Kunden fühlten uns hintergangen und verraten und brauchten jetzt dringend eine Alternative zu BlackBerry!

BB-Management hatte BB10 bereits 2013 aufgegeben

Nur technisch Interessierte kannten das Potential dieses Echtzeitbetriebssystems und liebten die einzigartige Benutzeroberfläche mit intuitiver Gestensteuerung. Das BlackBerry-Management machte fast keine Werbung und wenn doch, dann stellte diese die Vorteile des eigenen Systems nicht deutlich genug heraus. Man konnte wirklich den Eindruck haben, dass BlackBerry gar keine Marketingabteilung hat.

So hatte BlackBerry 10 OS keine Chance auf dem Markt der viel schlechteren, aber etablierten Konkurrenz.

BlackBerry 10 OS basiert auf dem Echtzeitbetriebssystem QNX und bietet eine genial einfache Gestensteuerung, welche den bei allen anderen Smartphone-Betriebssystemen üblichen „Home-Button” (Menüknopf) oder gar mehrere Menüknöpfe als Hardware- oder Softwarelösung überflüssig macht.

Zwar hatten manche von BlackBerry mitgelieferten Anwendungen anfangs starkes Verbesserungspotential und es fehlten Softwareschnittstellen (APIs), die bei anderen Ökosystemen längst üblich waren, aber das Betriebssystem ist gegen Manipulation gehärtet und lässt sich auch von schlecht programmierten Apps nicht aus dem Takt bringen. Es ist sehr genügsam und läuft auch auf älterer Hardware flott. Ideal für den mittlerweile unbedeutenden Hardwarehersteller BlackBerry, welcher auf dem Markt für Smartphone-Komponenten keine günstigen Einkaufspreise für aktuelle Hardware bekommt! Deshalb gab es kein einziges BlackBerry-10-Modell mit richtig potenter Hardware, obwohl die Gerätepreise denen von anderen Topmodellen entsprachen. Das stabile sichere Betriebssystem kombiniert mit altbewährter Hardware fand einen kleinen Kreis sicherheitsbewusster Kunden, von denen sogar jetzt noch einige ihr BlackBerry-Smartphone nutzen (online inzwischen ein massives Sicherheitsrisiko!).

Auch im März 2015 rückte BlackBerry noch nicht mit der Wahrheit heraus

Im März 2015 (!) zeigte der neue Chef der Gerätesparte Ron Loucks der Fachpresse kurz einen Dummy in die Kameras – scheinbar für BlackBerry 10.
Inzwischen wissen wir, dass das Geschäft mit Google bereits 2014 eingefädelt worden war. CEO John Chen hatte dazu 2013 die ersten Schritte unternommen.
Das beste Betriebssystem aufzugeben und der Kundschaft die längst gefallene Entscheidung jahrelang zu verschweigen, hat mein Vertrauen zerstört! Sehr verärgerter Smiley

Letzte große Entlassungswelle im Februar 2016

05.02.2016: BlackBerry hat 200 überwiegend für BlackBerry 10 zuständige Angestellte entlassen! Teuflischer Smiley
Das bedeutet für deren eigenes Betriebssystem BlackBerry 10 das endgültige Aus. Wenn in Zukunft Sicherheitslücken entdeckt werden, wird sich BlackBerry schwer um deren Beseitigung kümmern können. Softwaremängel wurden auch nicht mehr behoben.

Android OS von Google

Vom sichersten Betriebssystem BlackBerry 10, dem westliche Regierungen, staatliche Institutionen und Großkonzerne vertrauen soll man zu Android wechseln?
Dem weltgrößten Werbedienstleister, der sein Geld mit dem Verkauf von Kundendaten verdient und als Datenkrake verschrien ist, persönliche Daten anvertrauen?
Die gesammelten Daten werden von Google anonymisiert, aber das glaubt und akzeptiert nicht jeder Kunde.

Sehr beliebt und damit lohnendes Angriffsziel für Kriminelle

Bis zur Android-Version 7.1.2 gibt es eine seit 2016 bereits bekannte Sicherheitslücke, welche es jedem Android-Entwickler erlaubt, Tasteneingaben des Benutzers unbemerkt abzufangen und umzulenken und sich sogar weitere Berechtigungen zu erschleichen. Android-Smartphones und -Tablets mit dieser alten Betriebssystemversion erhalten keine Updates mehr, trotzdem sind sicher noch sehr viele in Betrieb, weil deren Besitzer die Gefahr nicht kennen oder schlicht nicht das Geld haben, sich gleich ein neues Gerät zu kaufen, wenn das alte wegen gefährlicher Sicherheitslücken eigentlich nicht mehr ins Internet dürfte.

Schon beim Einrichten eines BlackBerry PRIV merkt man, „dass jetzt eine andere Musik spielt“: keine BlackBerry-ID, sondern ein Google-Konto wird verlangt!
Das erste Android-Smartphone von BlackBerry namens PRIV ist so schlecht verarbeitet, dass es nur ganz Hartgesottene nach dem Kauf behalten – und sich dann über die Software ärgern. Qualitätsverwöhnte BlackBerry-Kunden konnten bisher jedes neue BlackBerry-Modell unbesehen ordern, da es von „Montagsgeräten“ abgesehen keine schlimmen Patzer bei der Verarbeitungsqualität gab. Diese vermurkste Hardware erhält nicht einmal Android 7.

Inzwischen hatte BlackBerrys Hardwarepartner TCL weitere Smartphones mit Android produziert (DTEK50/60). Dank schlechter Update-Politik und hoher Preise für Einsteigerhardware mit mäßiger Verarbeitungsqualität war der Erfolg gering und noch mehr BlackBerry-Kunden sauer. Nach dem Touchscreen-Modell Motion kam das KEYone. Mittelmäßige Hardware zum hohen Preis. Dessen Nachfolger Key² ist ebenso teuer, die Hardware wurde leicht verbessert. Leider scheint es eine breite Serienstreuung zu geben. Die Verarbeitungsqualität der Tastatur und die Empfangsqualität soll bei manchen Geräten schlecht sein, konnte man im Forum telefon-treff.de lesen (bei dortigem Systemwechsel wurde der Artikel leider gelöscht).
Die Telekom bietet es nicht mehr an, vermutlich wegen der Mängel.

Zuletzt produzierte TCL das Key² LE – eine 200 EUR billigere Light Edition mit besserer Verarbeitungsqualität.
Dann verlor Hersteller TCL das Interesse und ließ den Vertrag mit BlackBerry auslaufen.
Inzwischen hat eine texanische Firma die Markenrechte an „BlackBerry” erworben und will 2021 ein BlackBerry mit Tastatur für Firmen und Behörden produzieren.

Android-Smartphone von anderen Herstellern

Eine Möglichkeit, wesentlich leistungsfähigere Hardware als die mit BlackBerry-Logo zu bekommen. Bis auf das gehärtete Betriebssystem. Neue mit Android 8 oder höher ausgelieferte Smartphones härtet auch Google gegen Manipulationen. Nur wenige Hersteller bieten regelmäßige und rasche Softwareaktualisierung und nur solange sie unbedingt müssen (Google wünscht 18 Monate und selbst daran halten sich nur wenige Hersteller). Auch Samsung aktualisiert nur Topmodelle so lange.

Android-Smartphone mit Linux

Gibt es, aber selbst für Profis ist das Einrichten eines alternativen Betriebssystems auf ein geeignetes Android-Smartphones eine Frickelei. Das ist nichts für Laien oder Leute, die auf ein Mobiltelefon angewiesen sind.
Nachtrag 2021: Inzwischen gibt es Anbieter, welche funktionssichere Produkte auf Basis von Android OS und Linux anbieten. Siehe unten: /e/OS …

Apple iOS – geschlossenes Ökosystem

Apples Ökosystem ist dem von BlackBerry ähnlich. Zur Aktivierung/Nutzung eines iPhones und der Dienste des Herstellers benötigt man eine Apple-ID, muss sich also beim Hersteller offiziell als Kunde registrieren, um in dessen App Store Apps kaufen und herunterladen zu können. Datensicherung und Synchronisierung der Smartphone-Inhalte mit dem lokalen Rechner war früher nur per USB-Kabel mit iTunes möglich, einer Desktopsoftware ähnlich BlackBerry Link.
Update: mit der macOS-Version Catalina wurde das Backup-Menü von iTunes 1:1 in den Finder von macOS Catalina übernommen. Warum nicht gleich so!? Musik und Fotos werden endlich direkt mit den Desktop-Programmen „Musik” und „Fotos” abgeglichen.
Windows-Nutzer müssen sich weiter mit iTunes plagen, wenn sie nicht bereit sind, etwas Geld in eine externe kostenpflichtige Lösung zu investieren.

Datensicherung lokal oder wolkig

Persönliche Daten und Software des iPhones werden per USB-Kabel oder WLAN mit PC, Notebook oder Apple-Rechner abgeglichen oder drahtlos mit Apples iCloud synchronisiert (auf Wunsch automatisch nach Anschluss ans Ladegerät per WLAN über Nacht). Apples iCloud läuft in Rechenzentren von Amazon und Google, wo Nachrichtendienste sich Zutritt verschaffen können.

Bequemer ist die drahtlose Datensicherung in Apples iCloud. Gewerbliche Nutzer und auch Privatleute, welche die Privatsphäre ihrer gespeicherten Kontakte schützen möchten sichern ihre Daten ausschließlich lokal!

Kein USB-Massenspeichermodus

iOS bietet keinen USB-Massenspeichermodus wie Android, mit dem Sie per Kabel vom PC auf den Smartphone-Speicher zugreifen können. Ich war anfangs skeptisch, weil man von der Zuverlässigkeit der Synchronisationssoftware abhängig ist, die es auch nur für Windows und macOS gibt.

Geniale Synchronisationssoftware vom Drittanbieter

Die Software iMazing des Drittanbieters DigiDNA läuft auf Windows und Apples macOS zuverlässig. Der Kauf einer Softwarelizenz hatte sich für mich gelohnt.
Für Linux-Nutzer gibt es leider keine Synchronisationssoftware zum Sichern des iPhones, daher sind iPhones für Linux-Nutzer kaum geeignet.

Seit iOS-Version 12.3 Dateiverwaltung mit eigenen Ordnern

MS-Windows hat den Datei-Explorer und macOS den Finder.
Am 19.09.2017 bekamen iPhone und iPad mit dem Update auf iOS 11 auch eine Dateiverwaltung in Form einer App namens „Dateien”.
Anfangs habe ich nicht gewusst, wie diese Dateien-App bedient wird und monatelang nicht die Möglichkeit gefunden, eigene Ordner anzulegen, umzubenennen oder zu verschieben. Es sah so aus, als ob man nur die drei bereits vorhandenen Speicherorte benutzen darf. Aber das ging wohl nicht nur mir so …
Inzwischen bin ich sehr zufrieden mit „Dateien” und habe mir eine Dateistruktur angelegt mit Ordnern wie auf dem MacBook Air und vorher mit Windows 7 Pro.

Transportverschlüsselung der iCloud aufgeweicht

05.08.2016: Die Onlineverbindung zur iCloud (icloud.com) bot bisher miserable Transportverschlüsselung. Das hat sich jetzt stark gebessert. Prüfen Sie selbst mit dem SSL Server Test (Rating „A+” wäre perfekt, es reichte aber nur für „B”).
17.05.2019: Beim Überarbeiten dieses Berichts machte ich einen neuen SSL-Server-Test. Apple hat die Transportverschlüsselung verbessert!
21.11.2020: Irgendwann danach ließ Apple wieder unsichere Verbindungen mit TLS 1.0 und 1.1 zu und seitdem wurde das Rating zu Recht auf „B” abgewertet!
Apple hat die iCloud-Schlüssel und gibt Kundendaten gegen richterlichen Beschluss heraus. Das müssen amerikanische Firmen machen (Patriot Act)!
Dank TLS 1.0 brauchen Nachrichtendienste den Beschluss nicht abwarten …

BlackBerry (Kanada) wartet gar nicht auf richterliche Beschlüsse, sondern meldet Verdächtige aktiv an die Behörden!

Tim Cook kämpft für Privatheit und gegen Hintertüren

Tim Cook/Apple will die iCloud sicherer machen (irgendwann keine Schlüssel mehr bei Apple) und wir werden sehen, wie weit die amerikanische Regierung das toleriert. Dann könnte wirklich nur noch der Endkunde mit seinem Schlüssel an seine eigenen Daten.

Apples Geschäftsführer wird von einigen großen Firmen und Entscheidern unterstützt und hat vor, die iCloud genauso abzusichern wie das iPhone.
Mit iOS-Version 8 brachte Apple die Datenverschlüsselung auf das iPhone. Die Kommunikation zwischen iPhone-Nutzern per iMessage ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt. iMessage ist ein Messenger wie BlackBerrys BBM Enterprise (ehemals „BBM Protected“, diesen konnten zuletzt nur Geschäftskunden über ein Systemhaus buchen, bis BlackBerry das aufgegeben hat).
Achtung: bei iMessage kommt nur so lange niemand an die Kommunikationsdaten, wie man die iCloud als Backup-Medium meidet!

Bisheriges Fazit: Apple iOS

Also hatte ich Apples iPhone 6s Plus getestet und dessen Nachfolgemodell iPhone 7 Plus mittels Vertragsverlängerung (VVL) günstig kaufen können. Danach habe ich das iPhone 8 im Apple Store gekauft. Das Jubiläums-iPhone X habe ich dank VVL günstig von der Telekom erhalten. Die Nachfolgemodelle iPhone Xs, iPhone 11 Pro Max und auch das iPhone 11 Pro habe ich online bei Apple bestellt und im Apple Store Frankfurt abgeholt.

Microsoft Windows 10 Mobile

Bis Version 8.x nannte Microsoft es in Langform „Windows Phone”, inzwischen wurde es als „Windows 10 Mobile” begraben.
Es sollte können, wovon BlackBerrys ehemaliger Geschäftsführer Thorsten Heins damals bei seinem BlackBerry 10 OS geträumt hatte: Mobile Computing.
Ein Gerät für überall. Das Smartphone als Universalcomputer. Dieses Konzept nannte Microsoft „Continuum” und konnte deutlich mehr als BlackBerrys „Blend”.
Aber auch hier wurde das Smartphone während der Nutzung als Rechner für den großen Monitor sehr warm und verbrauchte viel Energie. Journalisten, welche bereits die Vorserienmodelle Lumia 950 und 950XL testen konnten, berichteten von vielen Abstürzen und einem unfertigen, aber vielversprechenden System, dem noch die Apps fehlen. Das erinnerte ein wenig an die Anfänge von BlackBerry 10 OS (da war zwar das Betriebssystem superstabil, aber die Apps fehlten) …

Microsofts Konsequenz: Softwarelösungen für andere Plattformen

Apps für alle Smartphones und Tablets

Microsoft hat sich längst umorientiert und bietet seine bekannten und bewährten Softwarelösungen für fast alle Plattformen an.
Wenn zu wenig eigene Hardware verkauft wird, programmiert man eben die Software auch für andere Betriebssysteme und verdient damit gutes Geld!
Was bereits seit vielen Jahren mit dem Transferprotokoll Exchange ActiveSync (kurz: EAS) erfolgreich läuft, wird auf Programme wie Outlook, Word, Excel ausgeweitet und für Android OS und Apple iOS vermarktet.

/e/OS von der e-Foundation

Wer auf Privatsphäre und Datenschutz Wert legt, aber trotzdem ein Android-Smartphone nutzen möchte, ersetzt das von Google mit vielen Trackern verseuchte Android OS durch eine alternative Version. Aber nicht jede/r ist ein Geek oder Nerd und bastelt sich einfach mal ein Android-Smartphone mit Linux und wird mit solch einer mobilen Baustelle glücklich (auch für Profis ist das eine Frickelei).

Projekte wie /e/ in Europa sowie GrapheneOS und CalyxOS in den USA ermöglichen die Nutzung von Smartphones mit mehr Privatsphäre für alle. 

Momentan ist die Geräteauswahl aber bei allen sehr eingeschränkt und die e-Foundation betont, dass sich /e/OS noch im Betastadium befindet.
/e/ basiert auf LineageOS, einer Abspaltung von CyanogenMod und Android, ist also ein LineageOS-Fork ohne Google-Dienste.

Invasive Überwachung unter Deckmantel des Schutzes von Kindern

Unter dem Vorwand des Schutzes vor Kindesmissbrauch versuchen nun Regierungen in aller Welt, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufzuweichen und Privatsphäre abzuschaffen. Auch die EU in Brüssel hatte (vielleicht auf Druck der US-Regierung?) ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches Unternehmen erlaubt, Daten ihrer Kunden ohne Anlass zu durchsuchen. Nur durch automatisierten Vergleich von Fotos mit Hashwerten, aber diese Technik kann und wird irgendwann auf weitere Daten ausgeweitet werden! Schlimmer noch: es kann dabei zu Fehlalarmen kommen. Apple will bei Überschreiten einer bestimmten nicht genannten Anzahl von Treffern das Apple-Konto sperren und betroffene Kunden den Behörden melden. Anfangs nur in den USA, aber Brüssel möchte das bestimmt ganz schnell bei uns einsetzen!

Gut gemeint ist die böse Schwester von schlecht gemacht

Ich habe absolut nichts gegen Maßnahmen zum Schutz von Kindern!
Aber der Gedanke, dass meine gesamten Daten durch einen Fehlalarm plötzlich gesperrt und sicherlich kurz danach alles beschlagnahmt würde und ich iPhone und Computer erst nach einem langen stressigen Prüfverfahren (in welchem Zustand?) zurückbekäme …
So macht mir die Nutzung von iPhone und MacBook keinen Spaß mehr.
Und manche iOS-Version wie z. B. 13.x hat uns gezeigt, wie fehlerhaft Software sein kann (betrifft nicht nur Apple).

Aktuelles Fazit: /e/OS

Während Apple iOS 15 ausrollt, teste ich /e/OS auf dem Fairphone 3+.
Selbst wenn mich /e/OS nicht begeistern sollte, kann ich immer noch andere Linux-Versionen ausprobieren oder Android OS von Google installieren (worst case). Das bestellte Fairphone 3+ ist nicht verriegelt.

Während Apple macOS Monterey verteilt, steht vielleicht schon ein Linux-Notebook von Tuxedo neben dem MacBook Air 2020, welches es so schnell wie möglich ersetzen wird.

Warum wieder weg von Apple?
Ein Blogbeitrag von Tutanota hat mich dazu bewogen, erneut eine Alternative zu suchen …
Auch das Computermagazin c't hat einen sehr gut recherchierten Artikel in ihrer Ausgabe 19/2021 ab Seite 14 (Link in den Quellenangabe) …

Ich unterstütze keine invasive Überwachung unbescholtener Bürger unter dem Deckmantel von Kinderschutz oder sonstigen Vorwänden. Irgendwann wird solche Technik irgendwo gegen unbescholtene Bürger eingesetzt. Selbst wenn solche Technik niemals in Deutschland zum Einsatz käme: in anderen Ländern haben Staatslenker weniger Skrupel und anders Denkende kommen in Lebensgefahr. Deshalb muss man Apple und diejenigen, welche Apple zu dieser Technik gedrängt haben, dringend zur Besinnung bringen.

Meine Bedenken und die vieler Sicherheitsexperten betreffen nicht nur die Fehlalarme, sondern dass diese Technik mit anderen Hashwerten auch ganz andere private Daten scannen könnte. Massenüberwachung der anderen Art. Da sich die Verantwortlichen nicht um die Sicherheit ihrer geschaffenen Hintertüren scheren, bekommen Kriminelle neue Möglichkeiten …

Quellenangabe

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