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Fachbegriffe und Abkürzungen Glossar: M

Mailbox (Computer), Maus, Microkernel, Mikrokern, MMS, Modem, MP3, MPEG-1, MPEG-2, MultiSIM, MySQL


Mailbox

Mailbox (Computer)

Eine Mailbox, englisch bulletin board system (BBS) (frei übersetzt elektronisches schwarzes Brett) genannt, ist ein meist privat betriebenes Rechnersystem, das per Datenfernübertragung (DFÜ) zur Kommunikation und zum Datenaustausch genutzt werden kann.

Bis in die frühen 1990er Jahre war das IP-basierte Internet hauptsächlich an Universitäten verfügbar. In den 1980er und frühen 1990er Jahren waren vernetzte Mailboxen der Hauptzugang für nicht-akademische Internetnutzung oder internetähnliche Dienste, wie private Mail und öffentliche Nachrichtengruppen. Ihre verhältnismäßig einfache Technik erlaubte eine dezentrale und von den technisch interessierten Nutzern betriebene Infrastruktur, die die heutige Internetinfrastruktur nicht mehr erreicht. Heute streben einzelne Initiativen wie zum Beispiel Freifunk nach einem ähnlichen Betriebsmodell in Nutzerhand.

In Deutschland entwickelte sich Anfang der 1992 aus den locker organisierten Betreibervereinen der Mailbox-Netze die Einkaufsgemeinschaft Individual Network e.V., die erste Points of Presence (POP) betrieben und so IP-Zugang über DFÜ (SLIP) im Nahbereich anboten, bevor kommerzielle Internet-Provider dies kostengünstig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machten.

Mit dem Einzug von ISDN und besonders dem mit Internet-Zugang häufig gebündelten DSL-Anschlüssen ging die Zeit der Mailboxen zumindest in Deutschland zu Ende. Eine kleine Zahl von Mailboxen betreiben noch die traditionellen DFÜ-Technik, aber viele der verbleibenden Mailboxen sind heute nur ohne DFÜ, direkt aus dem Internet über IP (Telnet) erreichbar. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Taiwan sind Mailboxen nach wie vor verbreitet. So betreibt eine Studentenorganisation der Nationaluniversität Taiwan mit der PTT BBS eine der größten Mailboxen mit 1,5 Millionen registrierten Nutzern und 150.000 gleichzeitigen Nutzern zu Spitzenzeiten auf dem Campus mit eigener Hardware. Die Mailbox-Software wird in einem Open-Source-Projekt gepflegt.

Technik

Zentrales Element einer Mailbox ist ein Host (im weitesten Sinne, häufig Heimcomputer oder PCs) der die eigentliche Mailboxsoftware betreibt. Dieser stellt Datenhaltung und Zugangsschnittstellen bereit. Der digitale Zugang erfolgte traditionell über Serielle Schnittstellen.

Telefon mit Wählscheibe an einem Akustikkoppler

Über Akustikkoppler und später auch selbstwählende Modems konnten sich die Nutzer über Telefonleitungen einwählen. Sie belegten damit den Zugang (Port) für die Dauer des Anrufs. Auch die heute verbreitetere Nutzung via Telnet belegt zwar einen von vielen virtuellen Ports, aber damals waren viele Mailboxen nur über ein Modem und damit nur für einen Nutzer zur Zeit erreichbar. Nutzer können während dieser Verbindung die Funktionen der Mailbox interaktiv über eine menügeführte Textschnittstelle nutzen. Dies reicht vom Lesen und Schreiben von Nachrichten in öffentlichen Gruppen oder im privaten Postfach an andere Nutzer bis hin zu textbasierten Spielen oder das Herunterladen von Dateien.

Das Modem USRobotics Courier Dual Standard mit V.32bis erreichte Anfang 1990er 14,4 KBps und war durch die gezielte Vermarktung an Mailboxbreitreiber in den USA und Deutschland stark verbreitet.

Bis Anfang der 1980er Jahre wurden hauptsächlich Akustikkoppler oder interne Modemkarten eingesetzt. Letztere bedurften allerdings Treibern und mit den unterschiedlichen Bussystemen von Altair, TRS-80, Apple-II und anderen brauchte man entsprechende Modellvarianten. Das Smartmodem 300s von Hayes nutzte 1981 als erstes den RS-232-Anschluss für Daten und Steuersignale. Hierzu führte der Hayes-Mitarbeiter Dale Heatherington die Escape-Sequenz +++ und den bis heute genutzten AT-Befehlssatz ein. Beim Auftauchen von +++ im Datenstrom (eingebettet in zwei 1-Sekundenpausen) schaltete der hierfür eingeführte Mikrocontroller im Modem in den Steuerungsmodus und erwartete AT-Befehle zur Konfiguration oder Anwahl der Gegenstelle. Alle Modem-Hersteller übernahmen dies mit der Zeit und es führte zu einer starken Vereinfachung der Modem-Anbindung an Heimcomputer, bei dem jedes Modem mit leicht angepassten AT-Befehlszeilen an der Seriellen Schnittstelle genutzt werden konnte.

Akustikkoppler waren mit 300–2400 Bit/s für die interaktive Nutzung gut geeignet. Modems erreichten Anfang der 1990er Jahre das Fünffache und bis Ende des Jahrzehnts das 20fache (V.90 mit 56.000 Bit/s). Dies ermöglichte die Vernetzung und machte die Nutzung von sogenannten Points effizienter als die interaktive Nutzung.

Vernetzung

Die alleinstehende Mailbox ist nur ihren Nutzern zugänglich. Das schränkt die erreichbare Öffentlichkeit für Mails und Nachrichten ein. Meist waren bis zu 100 und selten auch an die Tausend Nutzer über eine Mailbox erreichbar. Zwar war es nicht unüblich, sich in mehreren Mailboxen aufzuhalten, doch dies beschränkte sich in Deutschland auf den relativ kostengünstigen Telefonnahbereich. Die Kosten für Ferngespräche waren in den 1980er Jahren für DFÜ vielfach zu hoch.

Das Z-Netz im Januar 1993 mit ca. 280 Mailboxen. Verbindungen zeigen die nächtlichen Netcalls (Peering) zum Routing der Nachrichten.

Mit FIDOMaus oder Z-Netz bildeten sich allerdings Netze von Mailboxen, die über jeweils gemeinsame technische Datenaustauschstandards (z. B. MausTausch, ZConnect) Nachrichten an andere Mailboxen im gleichen Mailbox-Netz und via sogenannte Gateways auch in andere Mailbox-Netze austauschten. Hierzu führten die Mailboxen untereinander in regelmäßigem Abstand automatisch die notwendigen Ferngespräche und tauschten ihre Daten untereinander aus.

Auf gleiche Weise konnten auch Nutzer ihre interaktive Nutzung auf ihren eigenen Computer verlagern. Die Einführung sogenannter Points erlaubte ebenfalls den automatisierten Datenaustausch von abonnierten Brettern und persönlichen Nachrichten mit der Mailbox. Nach dem relativ kurzen Anruf las und beantwortete der Nutzer seine Nachrichten offline, also im Point-Programm auf dem eigenen Computer ohne bestehende Verbindung zur Mailbox.

Obwohl die von den verschiedenen Netzen verwendete Software zueinander inkompatibel war, entstanden zwischen diesen Netzen rasch Schnittstellen, sogenannte Gateways, mit denen über die Netzgrenzen hinweg Nachrichten verschickt werden konnten. Diese Gateways ermöglichten auch den Datenaustausch mit Amerika, sodass in vielen Mailboxen auch englischsprachige News und Diskussionsebenen zur Verfügung gestellt wurden.

Betrieb und Angebot

Der verantwortliche Betreiber hat den Status des System Operators (Sysop), sein Aufgabenbereich gleicht dem eines Administrators. Jeder Benutzer (User) der Mailbox hat ein eigenes Postfach, in dem elektronische Nachrichten für ihn gespeichert und von ihm abgerufen werden können. Zudem gibt es meist öffentliche Bereiche, oft Foren, Bretter oder Echos genannt, in denen die Benutzer sich austauschen und diskutieren können. Eine durchschnittliche Mailbox bot im Schnitt mehr als 300 Bretter (Newsbereiche) an, in denen die Besucher (User) lesen, schreiben und antworten konnten. Häufig boten Mailboxen darüber hinaus einen umfangreichen Download-Bereich für Dateien an oder Zusatzleistungen wie z. B. Onlinespiele (diese Zusatzleistungen bzw. Onlinespiele wurden „Doors“ genannt). Die Grafik entsprach mindestens der des vom Fernsehen her bekannten Videotexts.

In der Regel war die Nutzung der Mailboxen für die Nutzer, bis auf die eigentlichen Verbindungsentgelte der Telefonleitung, kostenlos. In den USA gab es größere kommerzielle Mailboxen, aus denen teilweise ISP entstanden. Daneben gab es eine Reihe von sogenannten Warez-Mailboxen oder geschützten Bereichen in Mailboxen, die Software-Piraterie betrieben und hierfür auch Geld verlangten.

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Maus

Eines der wichtigsten Eingabegeräte (Befehlsgeber) bei modernen Computern. Die Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen hat die Computermaus zu einem heute praktisch an jedem PC verfügbaren Standardeingabegerät gemacht.

Die Bewegung der Maus (normalerweise mit der Hand) auf dem Tisch oder einer speziellen Unterlage, dem Mauspad, wird über einen Sensor in der Maus aufgenommen, digitalisiert und über eine Schnittstelle an den angeschlossenen Computer übertragen. Über Funktionen des Betriebssystems wird diese zweidimensionale Bewegungsinformation in eine gleichartige Bewegung des Mauszeigers auf dem Bildschirm umgesetzt. Durch Betätigung der Tasten oder zusätzlicher Elemente der Maus kann der Nutzer verschiedene Aktionen in dem Betriebssystem oder Anwendungsprogramm durchführen. Die Einführung der Computermaus kann als ein entscheidender Durchbruch in der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit von Computern angesehen werden. Im Jahre 2005 wurden schätzungsweise mehr als eine Milliarde „Mäuse“ weltweit verkauft.

Seit Anfang der 90er Jahre bildet die Maus somit für fast alle Computertätigkeiten zusammen mit dem Monitor und der Tastatur eine der wichtigsten Mensch-Maschine-Schnittstellen.

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Microkernel bzw. Mikrokern

bezeichnet einen Betriebssystemkern. Der Microkernel verfügt im Gegensatz zu einem monolithischen Kernel nur über grundlegende Funktionen – in der Regel lediglich Funktionen zur Speicher- und Prozessverwaltung, sowie Grundfunktionen zur Synchronisation und Kommunikation. Alle weiteren Funktionen werden als eigene Prozesse (Server), die mit den nachfragenden Programmen (Client) kommunizieren, oder als Programmbibliothek, welche von den nachfragenden Programmen eingebunden wird, im Benutzer-Modus implementiert.

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MMS

(engl. Abk.): Multimedia Messaging Service. Ist als eine Weiterentwicklung von SMS (Short Message Service) und EMS (Enhanced Message Service) anzusehen und bietet die Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten an andere mobile Endgeräte oder an E-Mail-Adressen zu schicken.

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Modem

Das Modem (aus Modulator und Demodulator gebildetes Portmanteauwort, daher auch manchmal männl. der Modem) ist ein Gerät, um digitale Signale über weite Übertragungswege zwischen zwei digitalen Endgeräten auszutauschen. Vom sendenden Modem wird ein digitales Signal auf eine Trägerfrequenz im Hochfrequenzbereich aufmoduliert, vom empfangenden Modem wird daraus die ursprüngliche Information durch Demodulieren zurückgewonnen. Dabei arbeiten Modems des neueren Standards DSL mit höheren Trägerfrequenzen und größeren Bandbreiten auf der Telefonleitung als die Modelle nach dem älteren „Schmalband“-Standard. Der Begriff Modem war in den 1970er und 1980er Jahren präsenter als später, weil die Benutzung eines Modems damals synonym mit online gehen war, also damit, seinen Computer mit anderen zu vernetzen.

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MP3

Eigenschreibweise mp3 (Bezeichnung nach der Dateinamenserweiterung; eigentlich MPEG-1 Audio Layer III oder MPEG-2 Audio Layer III) ist ein Verfahren zur verlustbehafteten Kompression digital gespeicherter Audiodaten. MP3 bedient sich dabei der Psychoakustik mit dem Ziel, nur für den Menschen wahrnehmbare Signalanteile zu speichern. Dadurch wird, bei nicht (oder kaum) verringert wahrgenommener Audioqualität, eine starke Reduktion der Datenmenge möglich.

Bei einer Beispiel-Datenrate von 192 kbit/s, die bereits eine hohe Qualität ermöglicht, beträgt die Kompressionsrate einer MP3-Audiodatei etwa 85 % gegenüber einer unkomprimierten Audio-CD. MP3 ist das dominierende Verfahren zur Speicherung und Übertragung von Musik auf Computern, Smartphones, im Internet und auf tragbaren Musikabspielgeräten (MP3-Player), obwohl es mittlerweile eine Anzahl von technisch weiterentwickelten Optionen gibt. Das Verfahren wurde unter der Leitung von Karlheinz Brandenburg und Hans-Georg Musmann im Wesentlichen in Deutschland entwickelt.

Im Mai 2017 stellten die Entwickler die Lizenzierungen für das Format ein, nachdem die letzten Patente in den USA ausgelaufen waren (in Europa war MP3 bereits seit 2012 patentfrei). Es handelt sich somit nun um einen frei verfügbaren Standard.

Dieser Text basiert auf dem Artikel MP3 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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MultiSIM

Zusätzliche Telekom-SIM-Karte mit gleicher Rufnummer wie Hauptkarte ermöglicht gleichzeitige Erreichbarkeit auf mehreren Geräten und erspart lästiges Wechseln der kleinen SIM-Karte zwischen den genutzten Mobilfunkendgeräten wie z. B. Autotelefon, Tablet, Notebook mit eingebautem UMTS-Modem, USB-Modem als USB-Stick etc.


MySQL

Eines der weltweit verbreitetsten relationalen Datenbankverwaltungssysteme. Es ist als Open-Source-Software sowie als kommerzielle Enterpriseversion für verschiedene Betriebssysteme verfügbar und bildet die Grundlage für viele dynamische Webauftritte.

MySQL wurde seit 1994 vom schwedischen Unternehmen MySQL AB entwickelt. Im Februar 2008 wurde MySQL AB vom Unternehmen Sun Microsystems übernommen, das seinerseits im Januar 2010 von Oracle gekauft wurde.

Der Name MySQL setzt sich zusammen aus dem Vornamen My, den die Tochter des MySQL AB Mitbegründers Michael Widenius trägt, und SQL.

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